Business Coaching Blog

Willkommen & Welcome! Hier finden Sie das Business Coaching-Angebot und den dazugehörigen Blog von Dr. Zarmina Penner.
Themen sind Change und Innovation und wie dies sinnvoll, ganzheitlich und nachhaltig zu bewerkstelligen ist. 


 

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Deutsch\Change\Führung\Gesundheit\Innovation\Kommunikation\Strategie
Talent\Umsetzung\Vision\Werte\Zukunftsmärkte
04 February 2012
Sprechen Sie schon?
Eine Feststellung aus der Praxis

In meiner Arbeit mit Unternehmen habe ich regemäßig Gelegenheit, mit Menschen zu sprechen. Die Gespräche haben immer einen bestimmten Sinn im Kontext des Projektes und auch eine gewisse Struktur und eine Zielrichtung. Es sind gewissermaßen Arbeitsgespräche. Manchmal aber ist das Gespräch anders als sonst.

Das sind die Gespräche, die besonders in Erinnerung bleiben, und ich frage mich oft danach, was war diesmal anders? In solchen Gesprächen erzielt man so ganz zufällig einen kleinen Durchbruch in einer scheinbar unlösbaren Thematik. Es löst sich irgendwie etwas mühe- und klanglos. Diese Gespräche, die ich als echte Begegnungen ansehe, scheinen trotz der Struktur und des äußeren Kontexts gestaltbar zu sein und genügend Freiraum zu bieten, Neues zu denken. Es entsteht etwas Überraschendes, nicht Vorhersehbares. Dann staune ich über die Inhalte und Feststellungen im Gespräch, die sowohl interessant als auch tiefsinnig sind und auch so ganz nebenbei vieles klären. Neulich hatte ich ein solches Gespräch. Es klang wie Poesie. Ich glaube, man nennt einen solchen Zustand "Flow". Warum kann nicht jedes Gespräch so sein? Was sind die Zutaten? Was ist das Geheimnis?


Das zu wissen ist, meine ich, von großer Relevanz, denn Unternehmen reiben sich oft an der Kommunikation. Wir kennen die üblichen Ursachen für gestörte Kommunikation (Mangel an Vertrauen, Zeitmangel, Unerfahrenheit etc.). Das hilft aber nicht wirklich weiter, wenn man die Kommunikation konkret optimieren möchte. Daher hier mein Hinweis. Eines ist mir bei diesen echten Begegnungen aufgefallen: Nach einer Weile fühlt sich das angebahnte Arbeitsgespräch nicht mehr wie ein Arbeitsgespräch an, sondern wie ein Gespräch im privaten Umfeld unter guten Freunden. Dann ist die Form nicht mehr wichtig. Man redet einfach. Kommunikationsmodelle, Führungstaktiken und -strategien und sonstiges Wissen aus den klugen Büchern verschwinden. Auch die eigenen Vorurteile. Man muss sich nichts mehr vormachen. Die Barrieren sind weg. Man arbeitet nicht. Man redet einfach. Man hört zu. Und man urteilt mit dem gesunden Menschenverstand. Ja, ich glaube, so einfach ist das. Mal ausnahmsweise.


 


 

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Werte\Kommunikation\Umsetzung\Führung
28 January 2012
Gesundheit?
Später vielleicht.

Oft wundert es mich, wenn im beruflichen oder auch im privaten Kontext Gesundheit als ein Kann angesehen wird. Ich sage Ihnen warum: Gesundheit ist meiner Überzeugung nach die Basis für alles. Das erkennt man schnell, wenn man mal krank ist. Nichts ist dann wichtiger als gesund zu sein. Darüberhinaus schützt Gesundheit vor Krankheit. Das klingt banal, ist es aber nicht.

Tagtäglich wird unser Körper von Unmengen an Reizstoffen und Giften aus der Luft und in der Ernährung angegriffen, geradezu bombardiert. Auch der Körper selbst kann natürlich außer Balance geraten und von innen her eine permanente Gefahr darstellen. Es ist praktisch nicht möglich, giftfrei zu leben. Sicherheit in diesem Sinne gibt es nicht wirklich. Wenn man dazu noch raucht -aktiv oder passiv- oder sich nicht gut ernährt oder bewegt, dann ist die Belastung noch viel höher. Also ist die einzige machbare Verteidigung das ständige Streben nach körperlicher Gesundheit. Jedenfalls aus meiner Sicht.


Geistige Gesundheit ist notwendig, um das Berufsleben einigermaßen gut zu überstehen. Ich weiß nicht, wie Sie das sehen, aber meiner Ansicht nach ist das Arbeiten in der heutigen Zeit zum Hochleistungssport geworden, den man nur bewältigen kann, wenn der Körper mitmacht und der Geist klar ist. Die seelische Gesundheit lassen wir mal ganz außen vor. Gesunde Manager, gesunde Unternehmen, gesunde Wirtschaft. Dieser Gedanke geht nur auf, wenn die geistige Gesundheit zumindest gegeben ist und gesunde und gute Entscheidungen im Arbeitsleben getroffen werden können, im Sinne des Unternehmens und der Gesamtwirtschaft. Und natürlich auch im Sinne der Mitarbeiter, für die der Manager verantwortlich ist. (Dass Geist und Körper sich gegenseitig beienflussen, steht ja außer Frage.) Mit bestem Wissen und Gewissen und bei bester Gesundheit gewissermaßen.


Daher wundert es mich sehr, wenn Gesundheit als ein Kann gesehen wird und dieses Thema in Unternehmen nicht wirklich als wichtig erachtet wird. Naja, wir werden da noch hinkommen, und ich muss jetzt los, um ein wenig meine Gesundheit zu pflegen.

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Gesundheit\Führung
31 December 2011
Happy New Year!

"For last year's words belong to last year's language. And next year's words await another voice. And to make an end is to make a beginning."
 T.S. Eliot

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30 December 2011
Dr. Change
Wie gezielte Veränderung Unternehmen heilen kann

Interview mit Callcenter Scout (04/11)


„Change oder Veränderung ist ein natürlicher Teil des Lebens.“ ’ so beginnt Dr. Zarmina Penner unser Interview und das trifft so sehr den Kern der Sache wie nichts anderes. Oft hört man in eingefahrenen Systemen diesen Satz: „Das war schon immer so und das wird auch immer so sein!“ Doch wer den Kopf in den Sand steckt, kann nicht mehr sehen, wie das Leben an ihm vorbeirennt. Tradition ja, Stillstand nein. Diese Balance zu finden und Veränderungskompetenz zu entwickeln, ist Profi-Arbeit und verlangt absolutes Fingerspitzengefühl. Kränkelnde Unternehmen zu heilen und gesunde Unternehmen weiter voranzubringen ’ wie das funktioniert erfuhr der SCOUT im Interview mit Dr. Zarmina Penner, Unternehmensberaterin und Change-Expertin.


 


 

SCOUT: Was ist für Sie das Besondere an Change?
Dr. Penner: Change oder Veränderung ist ein natürlicher Teil des Lebens. Alles was lebt, verändert sich und alles, was nicht lebt, verändert sich auch. Insofern ist es gut, sich zwei Dinge anzueignen:
1) die Gelassenheit bezüglich der Themen, die man ohnehin nicht beeinflussen kann und
2) die Kompetenz, um veränderbare Themen in die richtige Richtung zu lenken. Diese beiden Aspekte des Lebens faszinieren mich. Ich habe festgestellt, dass man Dinge nur bis zu einem gewissen Grad zum Besseren verändern kann. An einem bestimmten Punkt kippt die Optimierung ins Gegenteil. Perfektion ist nicht immer erstrebenswert. Viel schwieriger als die Veränderungskompetenz finde ich es, Gelassenheit zu praktizieren, wenn die Sache einem viel bedeutet.
SCOUT: Wird Tradition durch Change abgelöst?
Dr. Penner: Nein, nicht unbedingt. Tradition gibt Halt und Tiefe, da sie auf Werten basiert. Oft spiegelt sie auch die Weisheit der vorangegangenen Generationen wider, ist quasi eine Art ungeschriebenes Handbuch für die nächste Generation. Tradition zu verändern, ist nicht einfach und sehr langwierig. Dafür bräuchte man Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Nur wenn die Tradition Dogmen beinhaltet und Menschen in irgendeiner Form schadet, wird ein beherzter Einsatz notwendig. In Unternehmen ist die Tradition Teil der Unternehmenskultur.
SCOUT: Muss immer alles geplant, überwacht, begleitet und kontrolliert werden? Warum nicht mal den Dingen ihren Lauf lassen?
Dr. Penner: Nein, es muss nicht alles geplant sein oder besser gesagt, es ist niemals möglich, alles zu planen und zu kontrollieren. Allerdings, um etwas zu erreichen, gemeinsam mit anderen, oder auch als Einzelner, ist es notwendig, den Rahmen eindeutig abzustecken, Spielregeln und Werte vorzugeben. In Analogie: Ein Fußballspiel kann man nicht im Voraus planen oder kontrollieren, aber es würde keinen Sinn machen, den Spielrahmen und die Regeln außer Kraft zu setzen. Wichtig sind auch, neben dem Rahmen und den Regeln, die Werte der Spieler und wie sie diese mit ihrem Verhalten im Spiel umsetzen. Das macht das Spiel oft erst zum Erlebnis.
Ohne den Rahmen würden alle Beteiligten, die Spieler und die Zuschauer, schnell das Interesse verlieren. Gute und nicht so gute Ergebnisse würde man nicht voneinander unterscheiden können und so weiter. Also steckt man den Rahmen ab, gibt die Regeln vor und lässt spielen. So können Ergebnisse erzielt werden, die sowohl für die Spieler als auch für die Zuschauer einen Mehrwert haben und allen Spaß machen.
SCOUT: Kann Change Management auch bereits eingeschlichene Veränderungen auffangen?
Dr. Penner: Natürlich. Hier muss man drei Dinge beherrschen und tun:
Erstens das Wesen der jeweiligen Menschengruppe bzw. Organisation begreifen. Eine Menschengruppe, die zusammenarbeitet, verwandelt sich, wird mit der Zeit zu einem Organismus. Dieser Organismus hat ’ wie jeder Mensch auch ’ ein Wesen, Werte, Gefühle, Stärken, gesunde und ungesunde Gewohnheiten, Laster etc. Erst wenn man dieses Wesen begreift, kann man auf den Organismus Einfluss nehmen und eingeschlichene Veränderungen, die schädlich sind oder schädlich werden könnten, angehen.
Zweitens müssen die Veränderungsimpulse richtig eingetaktet sein. Diese Impulse müssen so effizient und effektiv wie möglich gesetzt werden. Hier denke ich als Mediziner: „Eingriffe“ sollten für den „Patienten“ so schonend wie möglich sein.
Drittens muss man Durchhaltevermögen mitbringen und Dinge zu Ende bringen.
SCOUT: Bedeutet Change Management immer Radikalität und Innovation oder gibt es auch kontinuierliche Prozesse?
Dr. Penner: Es kommt auf die jeweilige Situation an. In Notfallsituationen ist Radikalität notwendig, z.B. wenn es um den Verlust von Arbeitsplätzen geht oder um einen schwerwiegenden Mobbingfall. Die meisten Situationen sind aber keine Notfälle. Innovation und ihre kleine Schwester, Kreativität, sind allerdings meines Erachtens fast immer angesagt. Der Grad der Innovation muss natürlich an die Gegebenheiten angepasst werden: Wie steht das Unternehmen im Markt? Wie sind die aktuellen Umsätze? Wie reif ist der Markt? Welche Risiken gibt es etc. Die Spanne der Innovationsmöglichkeiten ist groß. Manchmal ist es sinnvoll, inkrementell vorzugehen und ein andermal vielleicht eher, über mögliche bahnbrechende Innovationen nachzudenken. Wichtig ist zu wissen, dass die besonders innovative Idee nicht unbedingt immer sexy und spannend klingt. Hier ist oft der zweite und dritte Blick notwendig, um den Wert einer Idee zu erkennen. Auch muss man dafür sorgen, dass das Umfeld Kreativität zulässt, damit genügend Ideen entstehen können. Kreativität benötigt eine gute Balance zwischen Spannung und Entspannung und eine wertschätzende Arbeitsatmosphäre, gepaart mit guter Führung. Wenn diese Faktoren stimmen, wachsen die Ideen nach und Veränderung wird zu einem ganz natürlichen und stetigen Prozess. Menschen sind von Natur aus dazu veranlagt, kreativ zu sein, und sie sind es, wenn man sie lässt.
SCOUT: Wo, an welcher Stelle des Veränderungsprozesses, läuft es aus Ihrer Erfahrung immer schief? Und woran könnte das liegen?

Dr. Penner: Wenn man Veränderungsprozesse ernst nimmt, dann muss man ständig an ihnen arbeiten. Wie ein Gärtner, der seinen Garten hegt und pflegt und an seinem Wachstum Freude hat, gilt es, immerzu und kontinuierlich seinen „Garten“ im Blick zu haben, Erfahrungen zu sammeln und die Pflege anzupassen. Manchmal ist Geduld ein entscheidender Faktor. Der Garten braucht Zeit, und manchmal geht es nicht weiter, ohne dass man einen Teil des Gartens umgräbt. Diese Kontinuität im Berufsleben und im Unternehmen zu halten, ist nicht einfach. Oft wechselt auch die Zuständigkeit des „Gärtners“. So erlebe ich bei meiner Arbeit Unternehmen, die mehrere unvollendete Veränderungsprozesse hinter sich gebracht haben. Sie haben viel Zeit und Arbeit investiert und plötzlich war alles wieder anders. Das demotiviert und zermürbt Menschen. Das ist nur ein Teil der Thematik. Andere Ursachen könnten sein: Eine nicht formulierte Vision, eine unklare Strategie, sich widersprechende Werte und Regeln, Kommunikationsbarrieren zwischen den Hierarchie-Ebenen, historisch gewachsene Prozesse, alte Systeme usw.
SCOUT: Gibt es eine Frage, die ich auf jeden Fall noch hätte stellen sollen?
Dr. Penner: „Wie kann sich ein Unternehmen Veränderungskompetenz aneignen?“, wäre meines Erachtens die letzte Frage, um den Gedankenkreis in diesem Interview zu schließen. Es ist gut, wenn sich in Bezug auf Veränderung das Senior Management als Erstes folgende Fragen stellt. Die Antworten helfen, die Lücken in der aktuellen Veränderungskompetenz zu entdecken und zu füllen.
1. Sind wir in der Lage, das Bestehende infrage zu stellen und wenn ja, tun wir das oft genug? Wann haben wir das zuletzt getan? 2. Sind wir wirklich offen für Neues und wenn ja, wann haben wir zuletzt über eine wirklich neue Sache nachgedacht, sie umgesetzt und eingeführt? 3. Wenn es sein muss, haben wir ausreichend Kraft zum Aufbruch und wenn nicht, warum nicht? 4. Sind wir in der Lage, neue Prozesse zu planen und zu steuern, und wenn nicht, warum nicht?
5. Haben wir Durchstehvermögen und wenn ja, wann haben wir das zuletzt eindrucksvoll bewiesen?

SCOUT bedankt sich bei Dr. Penner für das interessante Interview!


 

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Vision\Strategie\Innovation\Talent\Kommunikation\Change\Umsetzung\Führung\Deutsch
19 December 2011
Feet in your Shoes
Alles Liebe und Gute für das Neue Jahr und bleiben Sie gesund!

You have brains in your head.
You have feet in your shoes.
You can steer yourself in any direction you choose.
You’re on your own.
And you know what you know.
You are the guy who’ll decide where to go.


Dr. Seuss

 


 

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13 December 2011
Positivpresse
Leise und erhaben

Schade, dass wir oft zu wenig über die vielen guten und sinnvollen Aktionen und Projekte wissen, die das Leben bereichern. Die Positivpresse führt ein vergleichsweise leises Dasein im Hintergrund, auch wenn die Lautstärke doch spürbar zunimmt.

Nehmen Sie die Arbeit von Lars Ruppel („Weckworte“), ein Poesie-Projekt für Menschen mit Demenz. Das rhythmische Aufsagen altbekannter Gedichte und die besondere Betonung und Darstellung des emotionalen Inhalts erreicht die Demenzkranken wie nichts anderes. Momente absoluter Klarheit sind das Ergebnis. Es muss nicht immer High-tech sein. Es reichen Worte und es kommt auf das Wie an. Die Evidenz ist gleich mitgeliefert. Das Ziel ist nicht mit einem Business Plan unterlegt. Es macht Freude, also macht man weiter.


Oder nehmen Sie die Khanacademy von Sal Khan, dessen Mission es ist, Wissen mit Hilfe von Videos und einfachen Erklärungen der Welt zur Verfügung zu stellen. Möglich wäre das Zusammenstellen des ganzen schulischen Curriculums aus diesen Inhalten und mehr (das wird in einer realen Schule aktuell getestet). Mit ein wenig Organisation und Durchhaltevermögen kann jeder Autodidakt im eigenen Rhythmus lernen, was er will und wo er will. Auch das ist ein Durchbruch.


Und es gibt viel viel mehr. Scheinbar gemeinsam haben diese Menschen eines. Sie sind besessen von ihrer Idee, gehen ihr nach und machen weiter, auch wenn die Idee allen anderen zunächst verrückt, nicht machbar und kontra-intuitiv erscheint.


Wünsche ihnen viel Wind in den Segeln.

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13 November 2011
Des Meisters Augapfel
Altbewährtes als Innovation

Neulich fuhr ich wegen eines Blechschadens in eine Autowerkstatt. Tausendmal war ich um diese Ecke gefahren und nichts ist passiert. Diesmal war es anders. Die Hälfte der rechten Autoseite war unansehnlich zerkratzt. Dumm gelaufen. So fuhr ich zur besagten Werkstatt. Ein paar Tage später rief die Werkstatt mich an, man hätte noch etwas anderes gefunden.

Mir war die Sache nicht neu. Bereits zwei Jahre leuchtete ein kleines Lämpchen am Armaturenbrett. 2 Fachwerkstätte und 2 Pit-Stop-Unternehmen hatten bis dahin ihr Glück versucht. Auf Verdacht sollte dieser oder jener Teil der Maschinerie ausgestauscht werden. Anders ginge es nicht. Die geschätzten Kosten von ca. 2.500 Euro hielten mich davon ab. Nun sei das hartnäckige Problem gelöst. Und tatsächlich leuchtete das Lämpchen nicht mehr. Der Meister erklärte mir stolz, dass sein Lehrling im ersten Lehrjahr mit Schulbuchwissen und logischem Denken die Sache zu einer defekten nicht mehr luftdichten Kappe zurückverfolgt hätte. Kostenpunkt 15 Euro. Und dann deutete er auf einen jungen Mann, der in der Halle in seine Arbeit vertieft war, und sagte „Sehen Sie ihn dort? Er ist mein Augapfel. Er ist der Jüngste, arbeitet für zwei und bereits wie ein Meister. Er wird hier meine Arbeit mal übernehmen“. Es tat gut, diese Szene mitzuerleben. Wie schön muss es für den jungen Mann sein, soviel Wertschätzung durch seinen Meister zu erfahren?


Autowerkstätten erinnern mich immer an Kliniken. Mein chronisch-verkanntes Autoproblem erinnerte mich in dem Augenblick an die zigtausend verkannten Patientenprobleme, die durch das Gesundheitssystem auf der Suche nach Lösungen irren. Für das Erkennen von Gesamtzusammenhängen reicht die Zeit oft nicht. Wäre dieses Szenario übertragbar? Könnte ein System, in dem engagierte Arzt-Gesellen unter den wachsamen und liebevollen Augen des Arzt-Meisters heranwachsen, Abhilfe schaffen? Könnte das ein Teil des Geheimrezepts zur Kostensenkung und besseren Diagnostik im Gesundheitssystem sein? Früher war es ja mal so in der Medizin. Altbewährtes kann zu anderen Zeiten eine innovative Lösung sein.

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01 November 2011
Die üblichen Verdächtigen
Das Gegenteil von dem, was betont wird, ist oftmals wahr

Es ist eigentlich ganz einfach. Wenn bestimmte Werte ganz besonders betont werden, stimmt oft das Gegenteil. Das ist meine Erfahrung. Man spricht von Vertrauen und schürt aber im Alltag eher Misstrauen. Man spricht von Empowerment und entnimmt Menschen Power. Man spricht von Menschenzentrierung und meint ganz was anderes. Worte und Aktionen gehen auseinander. Manchmal geschieht das unbewusst. Manchmal möglicherweise nicht.

Aber was kann man tun, wenn man es ernst meint mit den Werten? Mein Rat ist, Werte nicht besonders betonen oder gar beim Namen zu nennen, sondern diese sein und wahrhaftig verkörpern. Das wirkt viel mehr. Einfach ist es nicht. Wenn es hart auf hart kommt, dann kommt es genau auf diese an. Wenn Vertrauen ein Wert ist, dann spürt man das. Wenn Ehrlichkeit ein Wert ist, dann merkt man das. Wenn Menschen wichtig sind, dann sieht man das. Alles andere, die harten Fakten, die kann man aussprechen, betonen und wiederholen. Sie sind messbar und quantifizierbar. Es gibt keine Grauzonen.  Die weichen Faktoren hingegen sind nur spürbar. Sie machen ein gutes oder ein schlechtes Gefühl. Man spricht sie dann besser nicht aus. Die Wirkung ist die Betonung, spürbar und real. Und gute Gefühle zählen viel und immer mehr in Zukunft, meine ich. Das Gesetz der Füße wird greifen. Man bleibt freiwillig oder geht seine Wege, wenn das Gefühl oder die Kultur des Unternehmens nicht stimmt. Das Gehen ist dann einfach.

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Werte\Führung\Deutsch
24 October 2011
Die Welt der Jugend
Dinge, denen wir uns stellen müssten

Während früher neben Fachkompetenz Berufserfahrung wichtig war, ist es heute anders. Die Welt um uns ist die Welt der jungen Leute. Die Welt der sogenannten Internet-Generation (digital natives), für die ganz andere Regeln gelten. Irgendwie scheinen sie selbst in ihrem Wesen nach den Gesetzen des Internets zu funktionieren. Dort wächst das Können fast über Nacht. Dinge kommen und gehen. Das ist dort Normalität. Wer mit dem Fluss der Dinge mitgeht und immer weiter lernt, kann sehr schnell sehr erfolgreich werden. Locker bleiben und mitmachen oder auch nicht, wenn es keinen Spaß macht oder zu eng wird. Das ist die Devise dieser sich entwickelnden jungen Welt.

Ja, die Welt heute ist die Welt der Jugend und sie wird, schätze ich, in den nächsten Jahren auch wieder zum Teil der Welt der Älteren und der Senioren werden, also Teil der bisherigen Welt werden. Dank der Alterung wird die Zahl der Älteren ja naturgemäß wachsen. Es wird, so scheint es mir, sich irgendwann wieder ausbalancieren zwischen dieser und jener Welt. Die heutige Geschäftswelt, die Welt, in der die Zukunftsmärkte liegen und innovative und ideenreiche Geschäfte gemacht werden, ist meiner Ansicht nach aber eindeutig noch die Welt der jungen Leute. Diese Welt erinnert eher an eine Wildwasserbahn als an eine gemächliche Fluss-Fahrt. Lasst uns einfach ab und zu die jungen Scouts fragen, wo es langt geht. Die wissen das. Das beste Ergebnis wird dann die Paarung des frischen Blicks mit der Erfahrung der Jahre sein. Dieser Gedanke tut irgendwie gut...

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Vision\Zukunftsmärkte\Talent\Kommunikation\Change\Deutsch
18 October 2011
War for what?
Der Mythos vom fehlenden Talent

Ich kann mir nicht helfen, aber jedes Mal, wenn ich den Ruf, „War for Talent“ höre, bin ich ein wenig irritiert, zumindest nachdenklich. Weshalb „War“ und was bedeutet „Talent“? Wer wird gesucht? Warum soll das Talent heutzutage knapper sein als früher? Was ist unter talentiert und nicht talentiert zu verstehen? Und wer bestimmt was Talent ist? Sind die wirklich Talentierten etwa auf andere Planeten gezogen und einfach weg? Gab es eine Seuche? (Kleiner Scherz). Und haben wir nicht genug Kriege?

Meine Beobachtung ist, dass sich die Sache mit den Talenten über die letzten Jahrzehnte nicht wirklich verändert hat. Es gibt weiterhin sehr viele fleißige junge und ältere Menschen, die sich bilden, ausbilden, fortbilden und weiterbilden lassen und sich Tag und Nacht den wachsenden Anforderungen erfolgreich stellen und dabei ihre Begabungen oft eindrucksvoll demonstrieren. Ich beobachte wie Begabungen und Talente nicht wahrgenommen werden, verkannt sind, nicht richtig eingesetzt oder geschätzt werden. Oder schlichtweg aufgrund von Machtspielen und dergleichen ignoriert werden. Ich beobachte auch wie hoch-talentierte Menschen nicht an sich glauben, sich wertlos fühlen oder sich selbst klein halten. Ich denke: Es gibt nicht mehr oder weniger Talent heute im Vergleich zu früher. Jeder ist in irgendeiner Weise hochtalentiert. Vielleicht passt das Fach oder die Rolle nicht zur Person oder die Person nicht zum Unternehmen. Das ist aber eine ganz andere Geschichte. Und viel wichtiger ist doch die Einstellung des Menschen, denn was nutzt Talent, wenn Menschlichkeit, Empathie, Authentizität und der richtige Umgang fehlen.


Ich freue mich wirklich für jeden, der seine Talente glas klar erkennt, nutzt, damit erfolgreich ist und nicht auf diesen - entschuldigen Sie, wenn ich das so platt sage ’ nicht auf diesen Wahnsinn rein fällt, der mir manchmal fast wie eine Masche vorkommt. Ich freue mich auch für jedes Unternehmen, das das Bouquet seiner Talente erkennt, in Peace pflegt und nutzt.

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Strategie\Talent\Umsetzung\Führung\Deutsch