• Zarmina Penner

Eine neue Chance


Wir schreiben jetzt das Jahr 2022 und wieder einmal haben wir den Neuanfang, eine weitere Gelegenheit, uns neu zu definieren. Es ist eine Chance, die sich uns präsentiert. Wenn ich über die letzten 22 Jahre nachdenke, kann ich sagen, dass man drei Dinge braucht, um konsequent auf dem Weg zu einem unaufgeregten, sinnvollen und erfüllenden Leben zu bleiben: 1) eine klare Selbst-Definition, um für sich stets die beste Alternative wählen zu können, 2) eine eigene Lebensphilosophie als Hilfestellung bei Ja- und Nein-Entscheidungen und um wissen zu können, was man tun soll und was nicht. 3) eine persönliche Mission, um dem, was man täglich tut, einen Sinn zu geben, denn ein Leben ohne Sinn erfüllt nicht. (Bei jeder Mission geht es letztendlich immer darum, wie wir andere mit unseren Talenten und Fähigkeiten unterstützen können.) Ich habe mich in früheren Posts hauptsächlich auf den ersten Aspekt, die Selbst-Definition, konzentriert, weil alles im Leben von einem selbst ausgeht. Dabei ist es wichtig, die Rolle und Auswirkung des eigenen Egos zu verstehen und damit gut umgehen zu lernen. Das Ego kann ein enormer Gewinn oder eine große Belastung sein, je nachdem, wie wir auf sein ständiges Geplapper reagieren. Da ein nicht geführtes Ego unsere (von uns erfundene) Identität nutzt, um uns zu manipulieren und zu negativen Reaktionen auf äußere Auslöser zu bewegen, schlage ich eine Abkürzung für das Ego-Management vor: Werfen Sie Ihre Identität, d. h. die Geschichten, die Sie über sich erzählen, einfach weg. Sie werden dadurch den Griff des Egos schwächen. Dies wird Sie auch von Stolz befreien, denn Stolz ist kein guter Ratgeber. Seien Sie auch vorsichtig, wenn Stress Sie aus dem Gleichgewicht bringt – denn dann neigt das Ego dazu, seinen überschlauen Kopf zu heben und aktiv zu werden. Auf der anderen Seite ist ein gut geführtes und kontrolliertes Ego absolut notwendig, um unser Leben mit klarer Intention voranzubringen. Erfolg ist immer mit einem guten Ruf, d. h. mit der Wahrnehmung anderer von uns, gekoppelt. Identifizieren Sie daher Ihren Persönlichkeitstyp, nutzen Sie Ihre natürlichen Talente und dann bauen Sie damit Ihren Ruf auf; und zwar ganz konsequent durch das, was Sie täglich denken, sagen und tun. Alle drei sollten konsistent und authentisch sein. Ich definiere eine Lebensphilosophie als ein Regelwerk, das unser tägliches Handeln leitet, in etwa wie ein Betriebssystem. Ohne ein solches Regelwerk schieben und ziehen uns die einflussreichsten Stimmen um uns herum, in alle Richtungen. Daher ist eine stabile Lebensphilosophie eine absolute Notwendigkeit, wenn wir selbstbestimmt leben möchten. Die Philosophie muss jedoch flexibel bleiben und regelmäßig überprüft und angepasst werden. Dabei geht es um die Überprüfung von Fakten einerseits und Überzeugungen andererseits. Fakt ist z. B., dass Sparsamkeit eine ausgezeichnete Möglichkeit ist, unser Geld zu verwalten, da sie letztendlich dazu führt, dass mehr Geld für sinnvolle Dinge da ist. Sparsamkeit könnte eine Regel in Ihrem Regelwerk sein. Eine Überzeugung (ein Glaube) ist anders. Wir glauben vielleicht, dass es gut ist, unfreundlich zu anderen zu sein, wenn wir beobachten, dass einflussreiche Menschen, möglicherweise sogar unsere Vorbilder, systematisch unsensibel gegenüber anderen sind. Freundlichkeit könnte dann albern, schwach und als keine kluge Strategie erscheinen. Es wird zum Dilemma, weil wir Menschen tief im Inneren wissen, dass Freundlichkeit ohne Zweifel eine gute Eigenschaft ist. Um dieses Dilemma zu lösen, brauchen wir eine weise Lebensphilosophie, die unser Denken lenkt. Was andere tun, ist dann vollkommen irrelevant. Man kann sagen, dass Freundlichkeit immer eine Stärke ist; jedoch innerhalb von Sicherheitsgrenzen, denn „Schurken“ aller Art können Freundlichkeit ausnutzen. Freundlichkeit mit vorangehender Prüfung des Gegenübers (ohne Ausnahme) könnte z. B. eine weitere Regel werden. Es ist von Vorteil, das Regelwerk routinemäßig zu überprüfen und an die Umstände anzupassen. Ein guter Zeitpunkt dafür ist, wenn ein neues Jahr beginnt, also jetzt. Schließlich ist es enorm befriedigend, einen konstruktiven Fokus für die eigene Lebenskraft und Energie zu haben. Letztendlich ist das nichts anderes, als andere so gut wie möglich zu unterstützen, und bessere Umstände für andere im eigenen Mikrokosmos zu schaffen (Mission). Zum Beispiel genieße ich es, meine Energie darauf zu konzentrieren, die Arbeitswelt zu optimieren. Das tue ich u. a., indem ich meine Erkenntnisse mit Führungskräften wie Ihnen, die Dinge ändern können, teile. Führungskräfte können durch gutes Selbstmanagement und eine sorgfältig überprüfte Lebensphilosophie, die von einer konsequenten Mission angetrieben wird, das Leben vieler anderer am Arbeitsplatz positiv beeinflussen. Quasi als Abfallprodukt bei der eigenen kontinuierlichen Selbstentwicklung.

Mit lieben Grüßen Zarmina Penner P.S.: Ich freue mich immer über Ihre Rückmeldungen. Falls es sinnvoll erscheint, leiten Sie diese Mail gern an andere, die den Inhalt hilfreich finden würden, weiter.

Foto von Cottonbro (3401897) von (Pexels)

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