• Zarmina Penner

Die Komfortzone verlassen




Nach einem Januar, der sich dieses Jahr ungewöhnlich dunkel anfühlte, sind wir nun im Februar angekommen. Ich hoffe, Sie genießen auch das hellere Licht und die Vögel in den frühen Morgenstunden, die das Versprechen des Frühlings ankündigen.


Lassen Sie mich Ihnen eine kleine eigene Geschichte erzählen.


Kürzlich habe ich bei einer Interaktion mit Personen, die ich nicht kannte, ein unerwartetes „Nein“ erlebt. Es war ein Abstimmungs-Prozess wie so oft bei einer potenziellen Zusammenarbeit, diesmal jedoch mit einer gefühlt höheren Dringlichkeit. Das „Nein“ kam unvermittelt, denn dafür gab es keinen offensichtlichen Grund. Nachdem ich den Stachel der Zurückweisung verarbeitet hatte, wurde mir klar, dass ich subtile Zeichen in unseren vielen Gesprächen übersehen hatte: nicht eindeutige Äußerungen, nachdenkliche Augen, Kommunikationslücken und unklare Schwingungen. Normalerweise kann ich solche Entwicklungen relativ sicher im Voraus erkennen.


Aber wieso? Was war diesmal anders?


Erstens gab es spannendes Potenzial in der Sache. Zweitens hätte viel Gutes dabei herauskommen können. Drittens genieße ich es immer, mögliche zukünftige Entwicklungen in meinem Kopf zu durchdenken. Es ist Teil meiner täglichen Arbeit und auch meine Komfortzone. Mein Ding ist es, Möglichkeiten zu entdecken und den aktuellen Zustand in Richtung einer besseren Zukunft, privat und vor allem beruflich, zu optimieren. Allerdings war es in diesem Fall wohl etwas verfrüht. Meine Zukunftsüberlegungen haben mich von der Gegenwart abgelenkt. So habe ich mein Bauchgefühl ignoriert und die Signale der Unsicherheit beim Gegenüber übersehen, die doch durchgehend da waren. (Genauer gesagt: Ich habe sie bemerkt, aber als irrelevant abgetan.)


Haben Sie schon einmal ähnliche Situationen erlebt?


Ich bin dankbar für diese Erfahrung, denn sie macht mich auf etwas Wichtiges aufmerksam: Ich halte mich zu gern in meiner Komfortzone auf und mein Vorgehen in der Anfangsphase eines Beziehungsaufbaus hat noch Lücken.

Meine Komfortzone soll sich nun erweitern, und es wird einiges an Disziplin erfordern, da es meinen natürlichen Neigungen widerspricht.


Warum ändere ich mein Vorgehen?


Weil ich meine Intuition sehr gern wahrnehme und nutze, weil sie mir hilft, Situationen treffsicher einzuschätzen.


Dies sind meine neuen Richtlinien für kommende Interaktionen dieser Art:

• Ohne ein Commitment von beiden Seiten sind Gedanken über die Zukunft fehl am Platz.

• Erst vorwärts preschen, wenn die Abstimmung einen guten Lauf gefunden hat.

• Bleib präsent, achte auf die Signale der Gegenseite und frage nach: Wie meinen Sie das?

• Balanciere neues mit altem Verhalten aus, um zu vermeiden, dass wertvolle persönliche Stärken völlig außer Kraft gesetzt werden. An der Vergangenheit festzuhalten oder in der Gegenwart zu stagnieren, wäre zum Beispiel ebenfalls keine Lösung.

• Zum geschenkten Vertrauen muss verdientes Vertrauen hinzukommen. Beides ist notwendig und braucht Zeit.


Hinweis: Wenn Sie, liebe Leserin/lieber Leser, bisher noch keine Freude an Veränderungen oder an der Vorbereitung auf die Zukunft haben, könnten Sie sich dafür entscheiden, offener und zukunftsorientierter zu werden und so Ihre Komfortzone zu erweitern. Nutzen Sie dafür den Blickwinkel einer vertrauten Person oder eines Teams, um eine Situation aus verschiedenen Richtungen zu betrachten, aber ohne in die Überanalyse zu geraten oder sich im Kreis zu drehen.


Zum Thema „Wachsen“ kann man folgendes sagen:

1. Solche Auslöser, wie z. B. in meinem Fall das überraschende „Nein“, können schmerzhaft sein, aber sie beinhalten immer verborgene Erkenntnisse. Diese erfahren Sie aber nur, wenn Sie lange genug mit dem ausgelösten Schmerz sitzen, nur dann können Sie die Botschaften aufnehmen, die sich NACH der Verarbeitung zeigen. Fast immer gibt es die Option, damit ein wenig mehr sein Verhalten und Vorgehen zu optimieren. Das muss man sich aber bewusst vornehmen.

2. Wachsen bedeutet immer, die aktuelle Komfortzone zu verlassen, aber das kann Angst erzeugen. Mit Disziplin und etwas Mut können wir die Angst überwinden und gleichzeitig neue Verhaltensweisen kultivieren.


3. Wachstum bedeutet auch, das zu behalten, was gut und hilfreich ist und das zu verwerfen, das Sie von Ihrem Bauchgefühl, Ihrem weisen Ratgeber, ablenkt.


Nun, wie sieht es mit Ihnen aus?


• Was ist Ihre aktuelle Komfortzone und welche Bauchsignale verbergen Sie vor sich selbst?

• Verarbeiten Sie schmerzhafte Situationen lange genug, um daraus zu lernen?

• Zu guter Letzt: Wachsen Sie und erweitern Sie regelmäßig Ihre Komfortzone? (Stillstand ist bekanntlich Rückschritt.)


Hier ist vollkommene Ehrlichkeit zu sich selbst gefragt. Unsere Trigger (Auslöser) haben den Sinn, uns auf Unstimmigkeiten aufmerksam zu machen und letztendlich voranzubringen. Sie können sie methodisch mit den oben beschriebenen Schritten angehen und für sich Wachstums gerichtet nutzen.


Herzliche Grüße Zarmina Penner P.S.: Ich freue mich immer über Ihre Rückmeldungen und Vorschläge. Falls sinnvoll, leiten Sie diese Mail gern an andere, die den Inhalt schätzen würden, weiter.

Foto: pexels-ksenia-chernaya-3965534

#Intuition #Komfortzone #Wachsen

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